Schulung · Lektion 8

Wie führen Sie Ausnahmen und Störungen?

Eine Ausnahme ist kein Unfall ausserhalb des Prozesses, sondern der noch nicht aufgeschriebene Teil des Prozesses. In dieser Lektion eröffnen Sie das Verzeichnis: was der Ablauf tut, wenn eine von der Regel nicht abgedeckte Eingabe kommt, welche Störung anhält und welche weiterläuft, wer davon erfährt und wie die Entscheidung ins System kommt.

Was Sie in dieser Lektion lernen

In den vorigen Lektionen wurde ein Ablauf gebaut und zwei Systeme wurden verbunden. In beiden war die Ausnahme eine einzige Zeile: der "Ausnahmeweg" auf dem Aufbauzettel, das "Abrissverhalten" auf der Integrationskarte. Diese Lektion öffnet die Arbeit hinter diesen zwei Zeilen. Was der Ablauf tut, wenn eine Eingabe kommt, die die Regel nicht abdeckt, wer davon erfährt und wohin die getroffene Entscheidung geschrieben wird.

Die Lektion bietet nicht an, Ausnahmen zu beseitigen. Eine Ausnahme ist kein Unfall ausserhalb des Prozesses, sondern der noch nicht aufgeschriebene Teil des Prozesses. Aufgeschrieben wird sie zur Regel; unaufgeschrieben verlangt sie jedes Mal eine neue Entscheidung.

Ziele der Lektion

  • Ausnahme und Störung unterscheiden und beide getrennt führen
  • Das Ausnahmeverzeichnis in vier Spalten ausfüllen
  • Das Verhalten des Ablaufs bei unerwarteter Eingabe schreiben
  • Entscheiden, welche Störung anhält und welche weiterlaufen lässt
  • Den Meldeweg und die Tür für den Eingriff von Hand festlegen
  • Die Messung einrichten, die stille Störungen sichtbar macht

Voraussetzung: der Ablauf aus der fünften und die Integrationskarte aus der sechsten Lektion. Ohne Ablauf gibt es keine Ausnahme; eine Ausnahme entsteht am Rand eines laufenden Ablaufs.

Was ist eine Ausnahme, was eine Störung?

Werden die beiden verwechselt, gerät auch die Führung durcheinander. Eine Ausnahme ist ein Fall, den die Regel nicht abdeckt: das System arbeitet richtig, doch für die angetroffene Eingabe steht keine Antwort geschrieben. Eine Störung ist, dass das System trotz des Geschriebenen falsch arbeitet.

In der Praxis geschieht die Unterscheidung mit einer Frage: Steht die Antwort für diesen Fall auf der Karte? Steht sie da und das System hat anders gehandelt, ist es eine Störung; steht sie nicht da, eine Ausnahme. Kommt dasselbe Ereignis zwei Tage hintereinander, hört es auf Ausnahme zu sein und wird zur fehlenden Regel.

Ausnahme

Eine Eingabe oder ein Fall, den die Regel nicht abdeckt. Die Abhilfe ist eine Entscheidung; die Entscheidung selbst wird festgehalten, denn sie wird ein zweites Mal gefragt.

Störung

Das System handelt anders, wo eine geschriebene Regel steht. Die Abhilfe ist eine Korrektur, und ob die Korrektur hält, wird eigens geprüft.

Grenzmarke

Zieht sich der Streit "Ausnahme oder Störung" hin, ist die Karte an jener Stelle unklar. Der Streit wird auf der Karte geklärt, nicht im System.

Das Ausnahmeverzeichnis: vier Spalten

Das Verzeichnis steht auf einer Seite und jede Zeile beschreibt eine Ausnahme. Die vier Spalten entsprechen den vier Fragen, die bei einer Ausnahme gestellt werden; bleibt eine Spalte leer, trägt jene Ausnahme nichts in den nächsten Fall hinüber.

Der eigentliche Gewinn des Verzeichnisses zeigt sich beim zweiten Mal. Beim ersten Mal kostet die Entscheidung Zeit; beim zweiten Mal wird angewandt, was im Verzeichnis steht, und der Streit wird nicht neu eröffnet.

Die vier Spalten des Verzeichnisses

  • Welche Ausnahme: die eingegangene Eingabe oder der Fall, in einem Satz
  • Wann sie auftrat: Datum und in welchem Schritt
  • Wie entschieden wurde: was getan wurde, wer entschieden hat
  • Ob sie ins System kam: wurde sie Regel, und wenn ja, wohin geschrieben

Die vierte Spalte hält das Verzeichnis lebendig. Bleibt sie leer, wird das Verzeichnis ein Archiv; wird sie gefüllt, wächst die Prozesskarte von selbst.

Unerwartete Eingabe: halbes Formular, fehlendes Feld, geändertes Format

Die meisten Abläufe werden auf der Annahme gebaut, dass die Eingabe in der erwarteten Form kommt. Unerwartete Eingabe ist der Ort, an dem diese Annahme bricht: das Formular wird halb gesendet, ein für verpflichtend gehaltenes Feld kommt leer, das Quellsystem ändert das Format eines Feldes still.

Ihnen gemeinsam ist, dass die meisten keine Fehlermeldung erzeugen. Der Ablauf läuft weiter und ein aus unvollständigen Daten erzeugtes Ergebnis entsteht. Deshalb wird die Antwort auf unerwartete Eingabe auf der Eingabeseite der Karte geschrieben, nicht auf der Ausgabeseite.

Halbes Formular

Ein Datensatz ist entstanden, doch ein Teil der Felder ist leer. Die Entscheidung: wird der Datensatz zurückgehalten, so geschrieben oder beim Absender nachgefragt.

Fehlendes Pflichtfeld

Kommt ein für verpflichtend gehaltenes Feld leer, war die Pflicht in Wahrheit nie eingerichtet. Der Unterschied zwischen Feldverzeichnis und Ablauf tritt hier zutage.

Geändertes Format

Auf der Quellseite ändert sich das Datums- oder Telefonformat. Der Ablauf liest weiter wie zuvor und der Wert zerbricht still.

Doppelte Datensätze und Abgleich

In der sechsten Lektion wurde der Abgleichschlüssel gewählt; diese Lektion behandelt die Fälle, in denen jener Schlüssel nicht hält. Dieselbe Person schreibt ein zweites Mal, dasselbe Formular wird zweimal gesendet, dieselbe Bestellung kommt über zwei Kanäle.

Ein doppelter Datensatz ist ein still wachsendes Problem: jeder für sich sieht richtig aus, in der Summe schwillt der Bericht und der Kunde wird zweimal angesprochen. Die Entscheidung vorher zu schreiben kommt günstiger, als nach dem Entstehen aufzuräumen.

Die Abgleichregel ist eine der ersten Zeilen des Verzeichnisses, denn sie kommt häufig vor und ihre Entscheidung wird leicht vergessen.

Welche Störung hält an, welche läuft weiter

Bei jeder Störung anzuhalten sieht sicher aus, hält aber die Arbeit an; nie anzuhalten hält die Arbeit in Gang, vergrössert aber das falsche Ergebnis. Die Entscheidung fällt je Störung und wird auf die Karte geschrieben.

Der Massstab lautet: Lässt sich das Ergebnis zurücknehmen, wenn dieser Schritt falsch arbeitet? Lässt es sich zurücknehmen, darf der Ablauf weiterlaufen und der Datensatz wird markiert. Lässt es sich nicht, hält der Ablauf an und die wartende Person erfährt davon.

Anhaltende Störung

Schritte, deren Ergebnis nicht zurückgenommen werden kann: eine Nachricht nach aussen, eine Zahlung, ein dauerhaftes Löschen. Im Zweifel wird das Anhalten vorgezogen.

Weiterlaufende Störung

Fälle, die einen Datensatz betreffen und zurückgenommen werden können. Der Datensatz wird markiert, der Ablauf läuft mit den übrigen weiter, und markierte Datensätze werden am Tagesende durchgegangen.

Halb erledigte Arbeit

Der schwerste Fall: ein Teil des Schrittes ist durchgelaufen. Ist für diese Möglichkeit keine Rücknahme geschrieben, sieht der Datensatz in den beiden Systemen verschieden aus.

Wer erfährt davon, wenn das System eine Störung meldet

Wohin die Meldung geht, zählt so viel wie die Meldung selbst. Eine Meldung, die in ein gemeinsames Postfach fällt, ist oft niemandes Arbeit; ein Kanal, den alle sehen, kann zu einem Kanal werden, den niemand verantwortet.

Die Meldezeile verlangt einen Personennamen. Wer vertritt, während diese Person abwesend ist, steht in derselben Zeile, denn Ausnahmen warten nicht auf freie Tage.

Was die Meldezeile hält

  • Wer erfährt: eine namentlich genannte Person
  • Wie sie erfährt: welcher Kanal, unter welchem Betreff
  • Wann sie erfährt: sofort oder am Tagesende gesammelt
  • Wer vertritt: wenn die erste Person nicht schauen kann
  • Erwartung an die Antwort: ist besprochen, in welcher Zeit geschaut wird

Auch der Meldetext gehört zur Entscheidung: steht darin, welcher Datensatz, in welchem Schritt und aus welchem Grund angehalten hat, kann die schauende Person entscheiden, ohne ins System zu gehen.

Wo die Störungsaufzeichnung liegt und wie sie gelesen wird

Die Störungsaufzeichnung ist die einzige Quelle, die hinterher erzählt, was geschehen ist. Sie kann im Ablauf liegen, im eigenen Journal des Werkzeugs stehen oder in eine eigene Tabelle geschrieben werden. Wichtig ist nicht der Ort, sondern dass sie durchsuchbar ist.

Das Lesen hat eine eigene Reihenfolge. Ohne sie wird meist die letzte Zeile angesehen, und die letzte Zeile zeigt meistens das Ergebnis, nicht die Ursache.

1 Den Datensatz finden

Welcher Datensatz, welcher Zeitraum. Ohne Kennung läuft die Suche über das Datum und die benachbarten Datensätze werden mitgesehen.

2 Die Folge lesen

Was Schritt für Schritt geschah. Von der ersten Abweichung statt von der Ergebniszeile zu lesen, zeigt die Ursache.

3 Die Eingabe vergleichen

Kam die Eingabe in der erwarteten Form? Ein grosser Teil der Störungen kommt hier heraus, und das System selbst hat richtig gearbeitet.

Von wo der Eingriff von Hand geschieht

Jeder Ablauf braucht eine Tür für den Eingriff von Hand: einen angehaltenen Datensatz weiterführen, einen falschen zurücknehmen, die Warteliste von Hand durchgehen. Ohne Tür geschieht der Eingriff in den Werkzeugen und hinterlässt keine Spur.

Ein Eingriff ist eine Ausnahme und wird ins Verzeichnis geschrieben. Unterbleibt das, entstehen zwei Probleme: was getan wurde, wird beim nächsten Mal nicht erinnert, und das vom System erzeugte Ergebnis passt nicht mehr zur von Hand gemachten Arbeit.

Dass der Eingriff von Hand leicht ist, ist keine Schwäche des Ablaufs, sondern seine Haltbarkeit. Ein Ablauf ohne Tür wird bei der ersten Ausnahme zu einem von Hand geführten Prozess.

Stille Störung: falsch arbeiten ohne Meldung

Die teuerste Störung ist die, die keine Störung meldet. Der Ablauf sieht grün aus, Datensätze entstehen, niemand bekommt eine Meldung; und das erzeugte Ergebnis ist falsch. In der sechsten Lektion mit einem Satz gestreift, ist dies der eigentliche Gegenstand der Ausnahmeführung.

Die Quelle einer stillen Störung liegt meist auf der Eingabeseite: ein leerer Wert fällt auf den Vorgabewert, ein Format wird falsch gedeutet, eine Zuordnung hält den falschen Datensatz. Weil das System in sich stimmig arbeitet, meldet es sich auch nicht.

Typische Orte stiller Störungen

  • Ein leerer Wert fällt auf den Vorgabewert und sieht gefüllt aus
  • Ein Datumsformat wird verkehrt gelesen, der Datensatz sieht gültig aus
  • Eine Zuordnung hält den falschen Datensatz, der Vorgang schliesst richtig ab
  • Eine Bedingung betritt keinen der Wege und der Datensatz wartet still
  • Eine Verbindung trägt die Hälfte, im Ziel entsteht ein unvollständiger Datensatz

Ihnen gemeinsam ist: in allen sagt das System "erfolgreich". Deshalb wird eine stille Störung nicht durch eine Meldung, sondern durch Messung gefasst.

Stille Störungen sichtbar machen

Der Weg dorthin führt darüber, dem eigenen Bericht des Systems nicht zu trauen. Zusammen ausgeführt, holen drei Messungen die meisten stillen Störungen an die Oberfläche.

Alle drei werden als wöchentliche Gewohnheit eingerichtet und wer sie macht, wird geschrieben. Eine Messung ohne Eigentümer wird in der ersten vollen Woche gelassen.

1 Zählen

Die Zahl der Eingaben wird mit der Zahl der Ausgaben verglichen. Der Unterschied zeigt die still herausfallenden Datensätze.

2 Abstimmung

Derselbe Datensatz in beiden Systemen wird nebeneinander geöffnet. Auf die Schlüsselfelder zu schauen genügt, statt Feld für Feld.

3 Stichprobe

Einige zufällige Datensätze werden von Anfang bis Ende verfolgt. Das ist Beobachtung, keine Messung; hier zeigen sich Abweichungen, die der Bericht nicht zeigt.

Das Ergebnis der Messung wird ins Verzeichnis geschrieben. Auch Wochen ohne Abweichung werden geschrieben, denn "geschaut und sauber" ist ebenfalls eine Aufzeichnung.

Von der Ausnahme zur Regel: wann sie ins System kommt

Nicht jede Ausnahme wird ins System getragen. Ein einmal gesehener Fall wird festgehalten und abgewartet; ein wiederkehrender wird zur Regel. Zu früh zu übertragen macht den Ablauf unnötig verwickelt, zu spät lässt dieselbe Entscheidung mehrfach treffen.

Der Massstab ist Häufigkeit und Preis: wiederholt sich dieselbe Ausnahme oder hat sie auch nur einmal ein nicht zurücknehmbares Ergebnis erzeugt, wird eine Regel geschrieben. Wird die Regel geschrieben, werden auch Prozesskarte und Feldverzeichnis nachgeführt, sonst bleibt die Karte hinter der Wirklichkeit zurück.

Schritte zur Regel

  • Die Zeile im Verzeichnis lesen: wie oft ist diese Ausnahme aufgetreten
  • Die Entscheidung in einem Satz schreiben: in welchem Fall was geschieht
  • In die Karte einarbeiten: in welchem Schritt, als welche Bedingung
  • Auf den Ablauf anwenden und mit Testdaten prüfen
  • Die vierte Spalte füllen: wohin sie gekommen ist, wird geschrieben

Schliesst dieser Schritt, verschwindet die Ausnahme nicht, sie wird Regel. Das Verzeichnis wird damit zum Änderungsjournal der Prozesskarte.

Beispiel von Anfang bis Ende: das Maklerbüro trifft auf Ausnahmen

Das Büro hat eine Pilotaufgabe gewählt, ihren Prozess aufgeschrieben, sein Feldverzeichnis erstellt, sein Werkzeug gewählt, den ersten Ablauf gebaut und zwei Systeme verbunden. Nun läuft der Ablauf, und in der ersten Woche kommen drei Fälle nacheinander.

Keiner der drei steht auf der Karte. Die Büroverantwortliche trägt jeden ins Verzeichnis ein und schreibt die Entscheidung; am Wochenende sind zwei der drei Zeilen zur Regel geworden.

Die ersten drei Zeilen des Verzeichnisses

Erste Zeile: bei einer über das Portal eingehenden Anfrage ist das Telefonfeld leer. Die Entscheidung fällt so aus, dass der Datensatz nicht in die Nachverfolgungstabelle geschrieben wird und in eine Warteliste fällt; die Verantwortliche geht die Liste am Tagesende durch. Nachdem sich derselbe Fall dreimal wiederholt hat, wird er zur Regel gemacht und in die Karte eingearbeitet.

Zweite Zeile: dieselbe Person schreibt aus zwei verschiedenen Anzeigen und in der Nachverfolgungstabelle öffnen sich zwei Datensätze. Die Entscheidung: die zweite Anfrage tritt als Notiz unter dieselbe Person. Weil diese Entscheidung die fehlende Hälfte der Schlüsselregel aus der sechsten Lektion ist, wird sie unmittelbar ins System getragen.

Dritte Zeile: das Portal ändert das Format des Datumsfeldes und die Termine verschieben sich um einen Tag. Es gibt keine Störungsmeldung und die Datensätze sehen gültig aus. Die Abweichung wird nicht beim wöchentlichen Zählen gefasst, sondern in der Stichprobe: die Daten zweier zufällig gewählter Datensätze passen nicht zur Anzeige. Die Formatumwandlung wird korrigiert, die betroffenen Datensätze werden von Hand zurückgenommen und der Eingriff wird ins Verzeichnis geschrieben.

Am Wochenende bemerkt das Büro, dass die Meldungen in ein gemeinsames Postfach gehen und niemand hineinschaut. Die Meldezeile wird auf einen Personennamen umgestellt und eine vertretende Person wird ebenfalls geschrieben.

Zwei der drei Zeilen wurden zur Regel, eine blieb in Beobachtung. Der Wert des Verzeichnisses zeigt sich hier: nicht nur welche Entscheidung getroffen wurde, sondern welche ins System kam, ist festgehalten.

Übung: diese Woche

Öffnen Sie diese Woche das Verzeichnis und schreiben Sie, was am Rand Ihres laufenden Ablaufs geschieht. Sie müssen auf keine neue Ausnahme warten; jeder Eingriff von Hand der letzten beiden Wochen ist bereits eine Ausnahmezeile.

Ausnahmeverzeichnis herunterladen (xlsx) · ein einseitiges Verzeichnis mit den Spalten welche Ausnahme, wann sie auftrat, wie entschieden wurde und ob sie ins System kam; die Abschnitte Meldeweg, Eingriff von Hand und wöchentliche Messung sind ebenfalls darin.

Häufige Fehler

Die folgenden entstehen nicht aus der Ausnahme selbst, sondern daraus, dass die Ausnahme nicht geführt wird. Ihnen gemeinsam ist: keiner zeigt sich im System als Störung.

Ohne Verzeichnis führen

Die Entscheidung fällt im Gespräch und wird nicht festgehalten. Kommt derselbe Fall ein zweites Mal, fällt eine andere Entscheidung und zwei Datensätze werden verschieden behandelt.

Bei jeder Störung anhalten

Eine Abweichung an einem Datensatz hält den ganzen Ablauf an. Nach einer Weile werden die Meldungen abgeschaltet und auch die wirklich anhaltende Störung bleibt ungesehen.

Ans gemeinsame Postfach melden

Die Meldung geht an alle und niemand nimmt sie an. Eine nicht angesehene Meldung ergibt dasselbe wie eine nie gesendete.

Eingriff ohne Spur

Der Datensatz wird von Hand korrigiert, doch wer was tat, wird nicht geschrieben. Zerbricht derselbe Datensatz in der Folgewoche erneut, lässt sich die Ursache nicht suchen.

Dem Systembericht trauen

Die Zeile "alle erfolgreich" zeigt keine stille Störung. Solange keine Messung eingerichtet ist, gilt ein falsches Ergebnis wochenlang als richtig.

Die Ausnahme sofort zur Regel machen

Ein einmal gesehener Fall wird dem Ablauf als Bedingung hinzugefügt. Der Ablauf wird mit jeder Ausnahme etwas verwickelter und seine Pflege schwerer.

Prüfliste

Lässt sich nach der ersten Woche des Ablaufs jeder Punkt dieser Liste beantworten, gilt die Ausnahmeführung als eingerichtet.

Steht die Ausnahmeführung

  • Das Verzeichnis ist offen und in jeder Zeile sind vier Spalten gefüllt
  • Für die drei Formen unerwarteter Eingabe ist die Entscheidung geschrieben
  • Die Abgleich- und Zusammenführungsregel ist geschrieben
  • Anhaltende und weiterlaufende Störungen sind Schritt für Schritt markiert
  • In der Meldezeile stehen Personenname und vertretende Person
  • Die Tür für den Eingriff von Hand ist bestimmt und hinterlässt eine Spur
  • Für jeden anhaltenden Schritt ist eine Rücknahme geschrieben
  • Die wöchentliche Messung ist eingerichtet und hat einen Eigentümer
  • Wiederkehrende Ausnahmen sind zur Regel gemacht und in die Karte eingearbeitet

Glossar

Begriffe, die in Ausnahmegesprächen vorkommen. Demselben Wort dieselbe Bedeutung zu geben, hält das Verzeichnis auch in der zweiten Woche lesbar.

Was als Nächstes kommt

In dieser Lektion haben Sie den Rand des Ablaufs geschrieben: Ausnahme und Störung unterschieden, das Verzeichnis eröffnet, Melde- und Eingriffswege bestimmt und stille Störungen durch Messung sichtbar gemacht. Die kommenden Lektionen behandeln das Hereinholen des Teams und das Messen des Ergebnisses.

Wollen Sie mit den veröffentlichten Lektionen weitermachen, folgt das Modul über das geordnete Eingrenzen einer Störung.

Lektion 7: Wenn die Automatisierung nicht läuft

Störungszettel, Halbierungsverfahren und dauerhafte Korrektur. Das Verzeichnis dieser Lektion speist es.

Lektion 6: Systeme zum Sprechen bringen

Integrationskarte und Abrissverhalten. Ein Teil der Ausnahmen hier entsteht dort.

Alle Lektionen

Der gesamte Schulungsbereich und die seither ergänzten Module.

Wenn Sie das Ausnahmeverzeichnis gemeinsam eröffnen möchten, schreiben Sie uns; wir füllen die ersten Zeilen zusammen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet man Ausnahme und Störung in der Praxis?
Man sieht auf die Karte: steht die Antwort für jenen Fall geschrieben und hat das System anders gehandelt, ist es eine Störung; steht sie nicht, eine Ausnahme. Die Unterscheidung zählt, weil die Abhilfen verschieden sind: eine Störung wird korrigiert, eine Ausnahme entschieden und die Entscheidung ins Verzeichnis geschrieben. Wiederholt sich dieselbe Ausnahme, gilt sie als fehlende Regel.
Muss jede Ausnahme ins System getragen werden?
Nicht nötig. Ein einmal gesehener Fall kann ins Verzeichnis geschrieben und abgewartet werden; dem Ablauf eine Bedingung hinzuzufügen macht die Pflege jedes Mal schwerer. Der Massstab ist Häufigkeit und Preis: wiederkehrende oder nicht zurücknehmbare Ausnahmen werden zur Regel, die übrigen bleiben in Beobachtung.
Bei welcher Störung sollte der Ablauf anhalten?
Bei Schritten, deren Ergebnis nicht zurückgenommen werden kann, wird das Anhalten vorgezogen: eine Nachricht nach aussen, eine Zahlung, ein dauerhaftes Löschen. Wo ein einzelner Datensatz betroffen ist und sich das Ergebnis zurücknehmen lässt, kann der Datensatz markiert und der Ablauf fortgesetzt werden. Im Zweifel kommt Anhalten günstiger, als das falsche Ergebnis zu vergrössern.
Wie wird eine stille Störung bemerkt?
Durch Messung statt durch Meldung. Weil das System in sich stimmig arbeitet, meldet es sich nicht. Die Zahl der Eingaben mit der der Ausgaben zu vergleichen, denselben Datensatz in beiden Systemen nebeneinander zu öffnen und einige zufällige Datensätze von Anfang bis Ende zu verfolgen, kann die meisten stillen Störungen an die Oberfläche holen.
Verdirbt der Eingriff von Hand den Ablauf?
Er verdirbt ihn nicht, er macht ihn haltbar. Was verdirbt, ist der Eingriff ohne Spur: wird nicht geschrieben, wer was tat, lässt sich die Ursache beim nächsten Bruch nicht suchen. Tritt der Eingriff als Ausnahmezeile ins Verzeichnis, bleibt eine Spur und wiederkehrende Eingriffe können zur Regel werden.